Es brauchte viel Zeit bis Beto bei unseren nächtlichen Strasseneinsätzen das Vertrauen zu uns gewonnen hatte. Als kleines Kind, wurde er von den drogen- und alkoholabhängigen Eltern an einen Tisch festgebunden, die Eltern liessen ihn den ganzen Tag amgebunden zurück, um selber Ihrer Sucht nachzugehen. Kein Wunder, dass Beto das Leben auf der Strasse bevorzugte, dort war er Aufgrund seiner epileptischen Anfälle und seinem sehr sonderbaren Benehmen, als "Beto der Spinner" bekannt.

 

 

Doch auch das Leben auf der Strasse war sehr gefährlich. Schnell kam er in Kontakt mit Drogen und geriet immer wieder in schwierige Situationen. Eines Tages, er war gerade mal 15 Jahre alt, musste er untertauchen, weil man ihn suchte und umbringen wollte. Zu diesem Zeitpunkt nahm Beto die Gelegenheit wahr, auf unser Angebot einzugehen und zu uns ins Jugendheim zu kommen. Das war der Beginn eines neuen Weges!

Seither sind zweieinhalb Jahre Vergangen und wir durften sehen, wie stark er in vielerlei Hinsicht gewachsen ist. Auch wenn er mittlerweile erwachsen ist und in unserer Blockfabrik arbeitet, so braucht er immer noch jeden Tag unsere Betreueung, denn der Drogenkonsum während der Schwangerschaft der Mutter und die traumatischen Erlebnisse seiner Kindheit haben tiefe Spuren hinterlassen.

Wir mussten soviel über seine Grenzen und Schwierigkeiten lernen. Seine Epilipsie und sein enorm schwerer Hintergrund waren für uns eine unglaubliche Herausforderung. Doch mittlerweile konnten wir ihm helfen die richtige Medikamente für seine epileptischen Anfälle zu finden und diese auch regelmässig einzunehmen, sodass es heute nur noch selten zu Anfällen kommt.

Zudem hat Beto gelernt, sich in die Gesellschaft einzufügen und seine Grenzen richtig einzuordnen. Er lernt zu unterscheiden wie er Aussagen interpretieren muss, zu erkennen ob jemand einen Spass macht oder die Situation eher ernst ist. Er hat gelernt, seine Emotionen in verbaler Form auszudrücken anstatt mit physischer Gewalt. Er ist heute fähig sich für Fehler zu entschuldigen und beisst nicht mehr um Aufmerksamkeit zu erhalten.

 

 

Es ist erstaunlich zu sehen, was für eine unglaubliche Entwicklung er gemacht hat, seit wir ihn von der Strasse holten. Noch immer hat er einen schweren Weg vor sich, doch wir sind froh, ihn auf diesem Weg begleiten und ihm helfen zu dürfen.

 

 

 

Dieses Zeugnis von Beto war Teil unserer Arbeit auf die JMEM-Recife-Base. Beto hat solch eine starke Verbindung zu uns, die er beschlossen hat, bewegen Sie mit uns an den neuen Standort.

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